Wie viel Mensch ist der Mitarbeiter?
Klassische Personalentwicklung hilft nicht bei Burn-out und Bore-outEine aktuelle Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen hat die Zufriedenheit von Arbeitnehmern untersucht und dabei Daten von 1984 bis 2009 ausgewertet. Eine der Hauptursachen der zunehmenden Arbeitsunzufriedenheit ist die steigende Arbeitsbelastung der Berufstätigen.
„Der immer stärkere internationale Wettbewerb sowie die steigende Verdichtung von Arbeitsprozessen fördern zu dem noch den Druck auf die Beschäftigten“, sagt der Ratinger Personal- und Organisationsexperte Ralf Overbeck. „Unternehmen müssen deshalb Menschen statt Mitarbeiter entwickeln“, so Overbeck.
„Die klassische Personalentwicklung berücksichtigt primär die betrieblichen Erfordernisse und vernachlässigt zu einem Großteil die individuellen Bedürfnisse und privaten Herausforderungen der Menschen“, stellt Overbeck heraus.
Die steigende Anzahl von Burn-out-Fällen sowie Erkrankungen durch Arbeitsüberforderung oder -unterforderung zeigen, dass hier ein großer Handlungsbedarf in den Unternehmen existiert. In den meisten Unternehmen wird immer noch nach dem „besten“ Mitarbeiter oder Bewerber für eine Stelle oder einen Job gesucht. Overbeck warnt davor, das dieser Ansatz der Personalentwicklung und Personalauswahl weder zielführend noch nachhaltig ist. Da die Führung und Kommunikation meistens auf Misstrauen basiert, führt sie zu einer Sinnleere bei den Mitarbeitern. Der Wunsch des Menschen nach Entfaltung und Kontinuität bleibt im Arbeitsalltag mehr und mehr auf der Strecke.
Overbeck rät: „Unternehmen müssen sich intensiver mit den Menschen im Unternehmen befassen und Sie emotional begleiten. Menschen brauchen das Gefühl von Wertschätzung und Perspektive. Nur so kann eine ziel- und bedürfnisorientierte Entwicklung von Menschen in Organisationen stattfinden.“ Menschen erwarten schon heute mehr von Ihren Chefs als reines Fach-wissen. Sie wollen sich auch im Arbeitsalltag entfalten können, ihre Talente einbringen und wertgeschätzt werden.
„Nur wenn wir künftig in den Unternehmen Menschen in ihrer Gesamtheit entwickeln und nicht Mitarbeiter oder gar eine Human Ressource, sind Unternehmen in der Lage mit motivierten Menschen zu wachsen und die unternehmerischen Heraus-forderungen zu meistern sowie die persönlichen Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen“, sagt Overbeck, „wir brauchen eine „Life-Balance“ um Menschen und Organisationen nachhaltig zu entwickeln“.
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